Rezension
Die Verblödung schreitet voran!
publiziert auf der Plattform „Die Unbestechlichen“, am 15. Januar 2026
Die jüngsten Auswüchse eines pädagogischen Pragmatismus, wie er von der vorherrschenden neo-marxistisch geprägten „Progressive Education“ vertreten wird, lassen vielen noch klar denkenden, mündigen Bürgern die Nackenhaare zu Berge stehen. Unter dem Deckmantel von Chancengleichheit, Inklusion und vermeintlicher Modernisierung wird das Bildungsniveau Schritt für Schritt abgesenkt – mit langfristig fatalen Folgen für Gesellschaft und Demokratie.
Von Erwin Rigo:
So wird etwa in Niedersachsen darüber berichtet und diskutiert, an Grundschulen das Dividieren aus dem Lehrplan zu streichen oder zumindest stark zu entschärfen, da es angeblich zu komplexes Denken erfordere und viele Kinder überfordere. Anstatt Schüler systematisch an geistige Anstrengung heranzuführen, scheint der einfachere Weg gewählt zu werden: der Stoff wird dem Leistungsniveau angepasst, nicht umgekehrt.
Parallel dazu werden an Gymnasien zunehmend Literaturklassiker in „leichter Sprache“ angeboten. Was ursprünglich als Zusatzangebot gedacht war, entwickelt sich mehr und mehr zur Normalität. Wer glaubt, Nachrichten oder Texte in einfacher Sprache seien lediglich ein Hilfsangebot für Neuankömmlinge oder Menschen mit besonderen Bedürfnissen, irrt sich. Die generelle Absenkung sprachlicher und inhaltlicher Ansprüche betrifft längst breite Teile der Schülerschaft – und damit auch deren Fähigkeit, differenziert zu denken und sich präzise auszudrücken.
Ein weiteres Beispiel ist die schleichende Abschaffung von Leistungsbewertungen. In immer mehr Bundesländern werden Noten relativiert, durch wohlklingende Kompetenzraster ersetzt oder ganz abgeschafft – angeblich, um den „Leistungsdruck“ zu reduzieren. Tatsächlich aber wird damit ein zentrales Feedbackinstrument beseitigt, das Orientierung, Vergleichbarkeit und Leistungsanreiz bietet. Wenn alles gleichwertig ist, ist am Ende nichts mehr messbar – und auch nichts mehr ernsthaft erstrebenswert.
Besonders problematisch erscheint die zunehmende ideologische Einflussnahme im Unterricht selbst. Wie verblendet müssen Lehrkräfte sein, wenn sie ihre Schüler ungefiltert der Klimapropaganda prominenter Aktivisten wie Luisa Neubauer ausliefern, anstatt kontroverse Positionen sachlich einzuordnen und kritisch zu diskutieren? Und darf man zumindest die Frage stellen, ob finanzielle Zuwendungen oder institutionelle Verflechtungen mit NGOs hierbei eine Rolle spielen könnten? Ein Schelm, wer bei dieser Einseitigkeit gewisse Interessen vermutet.
Die Kinder hatten nichts zu verlieren als die "Ketten des Lehrplans". Selbstverwirklichung war eine weltliche Transzendenz, die das Kind zu einem perfekten Modell des neuen sozialistischen Menschen machen würde. Fortschritt des Individuums könne nur in Relation zu den Bedürfnissen der Gesellschaft betrachtet werden.
Wie ich in meinem Buch „Umerziehung zum neuen Menschen“ (Vorschau als PDF-Datei, Link zum Buch im Shop) beschrieben habe, droht auf diese Weise aus dem einstigen Land der Dichter und Denker ein Land des betreuten Denkens zu werden. Eine Generation, die nie gelernt hat, Komplexität auszuhalten, Widersprüche zu erkennen oder Autoritäten zu hinterfragen, wird kaum noch zu sachlicher Kritik fähig sein. Wer Denken systematisch vereinfacht, macht Menschen nicht freier – sondern formbarer. Und genau darin liegt die eigentliche Gefahr.
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